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Brauchen wir das Salz aus dem Salzstreuer?

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Brauchen wir das Salz aus dem Salzstreuer? Wie gewohnt, werde ich dir die Antwort nicht gleich auf dem Silbertablett servieren, Du musst schon etwas dafür tun 😉 Und zwar möchte ich dich zu einem kleinen Experiment animieren: 

Gehe mal in deine Küche und werfe einen Blick auf deine Brot-Packung. Falls Du kein Brot zu Hause hast, schaue bei deinem nächsten Einkauf im Supermarkt im Brotregal vorbei. Oftmals wird der Kochsalzgehalt nicht direkt in der Nährwertanalyse eines Produktes angegeben, sondern versteckt sich im Natriumgehalt. Da Kochsalz zu 99% aus Natriumchlorid besteht, kannst Du diesen Wert einfach mal 2,5 multiplizieren und Du erhältst so den effektiven Kochsalzgehalt des Produktes. Brot enthält durchschnittlich ca. 1,75 g Salz pro 100 g. 100 g Brot entsprechen in etwa 2 Scheiben. Diese 2 Scheiben Brot isst man normalerweise nicht pur, sondern mit salzigem Käse, Schinken oder Wurst belegt. So kommen noch einmal, je nachdem, 2 bis 2,5 g Salz hinzu. Mit 2 belegten Scheiben Brot kommt man also auf ungefähr 3,75 bis 4 g Salz. Da ist das Mittag- und Abendessen noch nicht mit eingerechnet, genauso wenig wie die Handvoll Chips oder gesalzener Erdnüsse die man am Abend gerne vor dem Fernseher verdrückt. Und auch den Salzstreuer hatte man noch kein einziges Mal in der Hand.

Studien zufolge, nehmen wir heutzutage im Schnitt zwischen 7 und 12 g Salz täglich zu uns − Tendenz steigend. Interessant dabei ist, dass davon nur etwa 20% aus dem Salzstreuer kommen. Die restlichen 80% sind bereits in den Produkten enthalten, die wir kaufen, sprich sie wurden von der Nahrungsmittelindustrie zugefügt. Offiziell gilt ein täglicher Salzbedarf von 3 bis 5 g, max. 6 g für einen durchschnittlich aktiven Menschen in unseren Breitengraden! Mit einem kleinen Käse- oder Schinken-Sandwich haben wir also unsere maximal empfohlene Salzmenge schon erreicht, ja sogar überschritten...

Doch wozu brauchen wir Salz überhaupt?
Der Mensch besteht zu etwa 60-70% aus Wasser. Es fliesst als Blutplasma durch unsere Adern, umgibt als extrazelluläre Flüssigkeit alle Zellen und füllt als intrazelluläre Flüssigkeit jede einzelne Zelle. Dieses Wasser ist eine 1%-ige Salzlösung. Salz besteht aus verschiedenen Mineralien, vor allem Natrium und Chlorid. Diese liegen im Wasser in Form von Ionen (elektrisch geladene Teilchen) vor. Dabei ist die Ionenverteilung innerhalb und ausserhalb der Zellen unterschiedlich. Diese unterschiedliche Verteilung ist bspw. für die Reizweiterleitung verantwortlich. Ohne Natrium/Chlorid könnten unsere Nerven- und Muskelzellen nicht arbeiten. Wir würden nichts sehen, nichts spüren, wir könnten uns nicht bewegen, ja sogar nicht einmal denken. Da unser Körper Salz nicht selbst herstellen kann, müssen wir das benötigte Salz definitiv von aussen zuführen. Ob es den Salzstreuer dazu braucht, ist, in Anbetracht unseres kleinen Experimentes, eher fraglich.  

Salzalternativen sind zum Beispiel frische Kräuter (je feiner gehackt, umso würziger sind sie), getrocknete Kräuter resp. Kräutermischungen, sowie Gomasio (Sesamsalz). Gomasio gibt es in den meisten Bioläden und besteht, je nach Anbieter, aus 70-80% Sesam und 20-30% Salz. Du kannst es jedoch auch einfach selbst herstellen. Und so geht's:

  1. 1 EL grobkörniges Meersalz im Mörser zerstossen.
  2. 7-9 EL Sesam (nicht geschält) in einer Pfanne ohne Fett rösten, bis ein angenehm nussiger Duft emporsteigt.
  3. Ebenfalls mörsern. Salz und Sesam mischen, abkühlen lassen und in ein luftdichtes Gefäss abfüllen.

Hält sich einige Monate und schmeckt köstlich zu leicht gedünstetem Gemüse!

Warum ist denn nun zu viel Salz ungesund oder was sind die möglichen Folgen von Salzüberschuss?
Salz ist an und für sich nicht ungesund − wie wir gesehen haben. Im Gegenteil, es ist lebenswichtig. Doch wie so oft, ist es eine Frage der Menge. Wer auf lange Dauer regelmässig zu viel Salz zu sich nimmt, riskiert eine Überlastung seiner Nieren.

Als Regulationsorgane des Mineralstoff-Haushaltes regulieren die Nieren auch den Natrium-Chlorid-Haushalt. Unser Organismus versucht immer jeglichen Mineralüberschuss so schnell wie möglich mit dem Urin auszuscheiden. Mit den Mineralien − in diesem Fall Natrium − wird auch Wasser ausgeschieden. Demnach führt ein hoher Salzverzehr zuerst zu einer Dehydrierung des Körpers. Wird über lange Zeit zu viel Salz konsumiert, werden die Regulationsmechanismen der Nieren mit der Zeit überfordert und die Nieren können nicht mehr den ganzen Salzüberschuss ausscheiden. Ein Teil des Salzes bleibt notgedrungen im Körper. Da die Konzentration von Natrium-Chlorid im Extrazellularraum immer gleich bleiben muss, signalisiert der Körper Durst, damit er das Salz mit Wasser verdünnen kann, um so die richtige Mineralstoffkonzentration wieder herzustellen. Die Folgen sind Wassereinlagerungen
Langfristig leiden die Nieren unter der Überlastung durch übermässigen Salzkonsum und können somit ihre Funktionen als Entgiftungs- und Ausscheidungsorgan nicht mehr ordnungsgemäss erfüllen.

Auch Bluthochdruck kann die Folge eines übermässigen Salzkonsums sein: Einerseits bindet Salz Wasser im Körper und erhöht damit das Blutvolumen. Fliesst mehr Blut durch die Arterien, muss der Druck erhöht werden, mit dem das Blut durch die Gefässe gepumpt wird. Andererseits wird der Blutdruck ebenfalls erhöht, um das überschüssige Salz möglichst schnell über die Nieren ausscheiden zu können.

Wer an Osteoporose leidet oder zur Risikogruppe für Osteoporose gehört, sollte eine salzärmere Ernährungsweise in Betracht ziehen. Wird viel Salz gegessen, wird es mit reichlich Wasser gebunden und über die Nieren und den Urin zur Ausscheidung gebracht. Dabei wird natürlich nicht nur das überschüssige Natriumchlorid ausgeschieden, sondern noch viele andere Mineralstoffe, zum Beispiel Calcium. Nun wissen wir alle, dass Calcium zu den Mineralien gehört, die für starke Knochen unabdingbar sind. So kann eine salzreiche Ernährung auch die Entstehung von Osteoporose begünstigen.

Last but not least, kann ein Zuviel an Salz auch zu Krebs resp. Magenkrebs führen oder zumindest dazu beitragen. Dem handelsüblichen Koch- oder Tafelsalz werden meistens verschiedene Zusatzstoffe wie Antiklumpmittel, Rieselhilfen oder Spurenelemente (Jod) zugesetzt. Ein weiterer Zusatzstoff ist Natriumnitrit. Dieses wird vor allem in Form von Nitritpökelsalz für Fleisch- und Wurstwaren verwendet. Natriumnitrit kann vom Körper in krebserregende Stoffe umgewandelt werden.

Ich hoffe, Du hattest Freude beim Lesen und wünsche dir eine gute Zeit. 
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