Natürlich essen — Gesund abnehmen ohne Jo-Jo-Effekt

Nährstoffbombe Buchweizen

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Noch vor gar nicht so langer Zeit habe ich einen Newsletter zum Thema Superfoods geschrieben. Den Artikel findest Du hier. Ich war total begeistert von Chia, Quinoa & Co. Mittlerweile hat sich diese Begeisterung etwas gelegt. Ich finde nach wie vor, dass es tolle Lebensmittel sind, keine Frage.

Was mich aber daran stört, ist erstens, dass sie von weit herkommen. Und zweitens − was noch viel schlimmer ist − dass die lokale Bevölkerung die traditionell von diesen Produkten lebt, unter unserem Superfood-Hunger leidet. Dabei haben wir hier in unseren Breitengraden auch ganz tolle Superfoods, die ihren exotischen Kollegen in punkto Nährstoffgehalt in nichts nachstehen. Nur haben sie halt keine so klangvollen Namen wie Açai oder Camu Camu.

Den heutigen Blog-Artikel möchte ich deshalb dem Buchweizen widmen.
Buchweizen stammt ursprünglich aus Zentral- bis Ostasien. Nach Mitteleuropa gelangte er wahrscheinlich aus der Mongolei. Erstmals führte man ihn im Mittelalter ein. Damals galt er als Arme-Leute-Essen. Mit der Entdeckung der Kartoffel geriet er langsam in Vergessenheit. Dabei ist die Pflanze recht pflegeleicht und gedeiht auch auf wenig ertragreichen Böden.

Buchweizen gehört übrigens nicht, wie die meisten Getreidearten zu den Süssgräsern, sondern zur Familie der Knöterichgewächse, zu der auch Rhabarber und Sauerampfer gehören. Deshalb wird er auch als Pseudogetreide bezeichnet. Er wird in den letzten Jahren wieder vermehrt in Europa angebaut, zum Beispiel in Norddeutschland, Österreich und einigen osteuropäischen Ländern, wie Polen oder die Slowakei. In der Schweiz wird Buchweizen vorwiegend im Kanton Graubünden angebaut. Pizzoccheri, ein traditionelles Bündner Gericht, wird hauptsächlich aus Buchweizenmehl hergestellt.

Eine wahre Nährstoffbombe
Buchweizenkörner punkten vor allem mit einem sehr günstigen Aminosäurenprofil, das heisst sie enthalten alle essentiellen Aminosäuren in einem ausgewogenen Verhältnis. Aminosäuren sind die Bausteine der Eiweisse oder Proteine. Essentiell werden sie genannt, wenn der Körper sie nicht selbst herstellen kann und sie über die Nahrung aufgenommen werden müssen. Das Aminosäurenprofil wiederum gibt Auskunft darüber, wie gut unser Körper die jeweiligen Proteine oder Eiweisse verwerten kann. Man spricht in diesem Zusammenhang auf von der biologischen Wertigkeit.

Buchweizen ist demnach ein ausgezeichneter Eiweisslieferant, was besonders für Vegetarier und Veganer von Interesse ist. Die Körner sind ausserdem glutenfrei, sowie reich an Magnesium, Kalium und Eisen. Sie sättigen schnell und enthalten gesundheitsfördernde ungesättigte Fettsäuren. Eine weitere positive Eigenschaft: Sein niedriger glykämischer Index, auch Glyx genannt. Dieser zeigt an, wie stark und wie schnell die Kohlenhydrate aus einem Lebensmittel den Blutzuckerspiegel ansteigen lassen. Da der hohe Ballaststoffgehalt des Buchweizens die Aufnahme von Glukose ins Blut verzögert, hat er einen positiven Effekt auf den Blutzuckerspiegel und ist demnach für Diabetiker empfehlenswert.

Buchweizen wird als Körner, Mehl oder Flocken im Handel angeboten. Ich verwende ihn meistens als Alternative zu Reis. Dafür röste ich die Körner kurz in etwas Kokosöl in der Pfanne an. Sobald sie anfangen ihren nussigen Duft zu verströmen, lösche ich sie mit kaltem Wasser ab. Das Verhältnis zwischen dem Buchweizen und dem Wasser sollte 1:2 betragen. Anschliessend lasse ich das Ganze bei starker Hitze aufkochen und reduziere dann die Hitze auf die kleinste Stufe. Danach lege ich den Deckel auf den Topf und lasse den Buchweizen ausquellen. Das dauert rund 15 Minuten. Während der Buchweizen gart, sollte man zwischendurch nicht rühren.

Dazu passt Gemüse aller Art, am besten saisonal und regional. Auf dem Foto seht ihr eine sommerliche Variante, aber es funktioniert natürlich genauso gut mit Wintergemüse. Ein weiteres Rezept mit Buchweizen − ein knuspriges Buchweizen-Granola − findest Du übrigens in meinem eBook Brain Food − 5 Tipps für mehr Leistungsfähigkeit im Job. Du kannst es dir als Kindle eBook bei amazon.de, bei Apple Books oder als PDF bei elopage herunterladen.

Viel Spass beim Nachkochen und Ausprobieren.

Fragen und Anregungen sind wie immer gerne willkommen.