Natürlich essen — Gesund abnehmen ohne Jo-Jo-Effekt

So boykottiert Alkohol deinen Abnehmerfolg

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Ein Cocktail am Strand. Ein Bierchen am Feierabend. Oder ein Glas Wein zum Essen. Nach dem Motto: Ein Gläschen in Ehren kann doch niemand verwehren, oder? Auch wenn es Studien gibt, die zeigen, dass ein Glas Rotwein am Tag (die Betonung liegt auf EIN) gesundheitsförderlich ist, müssen wir uns einfach bewusst sein, dass Alkohol − egal ob Bier, Wein oder Schnaps − Gift für unsere Zellen ist.

Alkohol ist eine Kalorienbombe

Die langfristigen Folgen eines erhöhten Alkoholkonsums sind allgemein bekannt: hoher Blutdruck, alkoholische Fettleber und andere Lebererkrankungen, erhöhte Infektanfälligkeit und eine Schwächung des Immunsystems generell, Lern- und Gedächtnisstörungen bis hin zu Demenz und Angststörungen − die Liste der Risiken eines übermässigen Alkoholkonsums ist lang.

Doch über das gelegentliche Glas Wein zum Essen oder das Cüpli Prosecco mit der besten Freundin macht sich kaum jemand Gedanken. Alkohol ist in unserer Gesellschaft breit verankert. Für viele gehört er einfach zum Leben dazu.

Die wenigsten sind sich jedoch bewusst, dass Alkohol eine wahre Kalorienbombe ist! So hat ein Gramm reiner Alkohol 7 Kalorien. Zum Vergleich: 1 Gramm Zucker hat 4 Kalorien, 1 Gramm Fett schlägt mit 9 Kalorien zu Buche. Alkohol hat also fast genauso viele Kalorien wie Fett aber keine nennenswerte Nährstoffe.

Kein Wunder belegen zahlreiche Studien, dass bereits geringe Mengen Alkohol eine Gewichtszunahme begünstigen. Ein Standard-Feierabendbierchen kommt gut und gern auf 125 Kalorien (je nach Marke und Hersteller können die Angaben nach oben oder unten schwanken).

Hier ist eine grobe Übersicht über den durchschnittlichen Kaloriengehalt einiger alkoholischer Getränke pro 100 ml:

Getränk Kalorien (pro 100 ml)
Bier (Durchschnitt) 43-50 kcal
Rotwein 80 kcal
Weißwein 70 kcal
Sekt 60 kcal
Wodka 230 kcal
Whisky 250 kcal
Gin 250 kcal
Rum 240 kcal
Tequila 220 kcal
Liköre (Durchschnitt) 300-400 kcal

Quelle: modifiziert nach BZgA.

Machen wir eine kleine Rechnung: Nehmen wir an, du gönnst dir an 5 Abenden pro Woche jeweils ein Bier (0,3 l). Bei einem Kaloriengehalt von sagen wir 120 kcal macht das 600 Kalorien pro Woche und sage und schreibe 2400 Kalorien im Monat, die du locker flockig einfach hinunterkippst. Das musst du dir mal auf der Zunge zergehen lassen!

Auch ein alkoholfreies Bier kommt immer noch auf 40-60 Kalorien pro 300 ml. Und da es ja keinen Alkohol enthält und man somit meist ein gutes Gewissen hat, genehmigt man sich davon oft mehr als nur eines... so dass unterm Strich dieselbe Kalorienmenge rauskommt. Sorry!

Alkohol SCHADET UNSEREM STOFFWECHSEL

Doch damit nicht genug. Alkohol hat noch weitere negative Effekte auf unseren Stoffwechsel. Obwohl Alkohol viele Kalorien enthält, sind wir meist schon nach geringfügigen Mengen (wieder) hungrig.

Wer kennt es nicht: Kurz nach dem Feierabendbierchen ist man plötzlich hungrig und hat eine unbändige Lust auf Pommes, Chips oder anderes fettige Zeugs. Schuld daran ist der Alkohol. Er stimuliert nämlich bestimmt Gehirnareale, die den Appetit anregen.

Hinzu kommt die relativ grosse Menge an Zucker, die in allen alkoholischen Getränken enthalten ist. Wenn du jetzt denkst, dass das eher auf Wein und Schnaps zutrifft, aber nicht für Bier gilt, dann muss ich dich leider enttäuschen. Denn Bier enthält, je nach Sorte, ziemlich viel Malzzucker.

Die absoluten Spitzenreiter in Sachen Zucker sind aber natürlich Cocktails, Alcopops oder Gin Tonic. Der enthaltene Zucker lässt den Blutzuckerspiegel rapide ansteigen. Sobald der Zucker in unseren Zellen verstaut ist, fällt der Blutzuckerspiegel wieder und wir werden hungrig.

Aber auch die «süffigen» Weine lassen den Blutzuckerspiegel gehörig in die Höhe schnellen. Sogar der für seine Trockenheit bekannte Champagner wird scheinbar zunehmend mit Zucker aufgepeppt, vor allem für den amerikanischen Markt.

Alkohol wirkt sich also doppelt schlecht auf unseren Stoffwechsel aus: Er enthält nicht nur viele Kalorien sondern macht uns auch noch hungrig, so dass wir vermehrt fettige und ungesunde Nahrungsmittel zu uns nehmen. Dass das nicht ohne Folgen für die Figur bleibt ist offensichtlich.

Alkohol blockiert die Fettverbrennung

Und zu guter Letzt hemmt Alkohol die Fettverbrennung für mehrere Stunden bis hin zu mehreren Tagen. Die Dauer hängt von verschiedenen Faktoren ab, wie der Menge des konsumierten Alkohols, des Stoffwechseltyps und des allgemeinen Gesundheitszustandes.

Der Alkohol, egal ob Bier, Wein oder Schnaps, muss von der Leber abgebaut werden. Ist die Leber in ihrer Funktion eingschränkt, zum Beispiel durch Fetteinlagerungen als Folge von übermässigem Fruktoseverzehr, dauert der Abbau umso länger. Und solange dieser Prozess im Gange ist, läuft die Fettverbrennung, wenn überhaupt, auf Sparflamme. 

Der Grund dafür ist, dass unser Körper zuerst die Kalorien aus dem Alkohol verbrennt, bevor er sich wieder an die Fettreserven macht. Voraussetzung dafür ist allerdings, dass die Glukosespeicher leer sind. Sind diese noch gut gefüllt, weil wir beispielsweise erst einen grossen Teller Pasta oder andere Kohlenhydrate gegessen haben, dann wird zuerst die Glukose verbrannt resp. in Energie umgewandelt. Und erst dann geht es den Fettpölsterchen an den Kragen.

Fazit

Am Ende entscheidet, wie so oft, die Menge über das Gift. Ich verbiete niemandem sein Feierabendbier oder das Glas Prosecco mit Freunden. Wenn du aber unzufrieden mit deinem Gewicht bist oder du einfach nicht abnimmst, dann ist es wohl sinnvoll, deinen Alkoholkonsum noch einmal zu überdenken − deiner Figur und deiner Gesundheit zuliebe.

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